Vergewaltigung - Porno im Exil?
April 18th, 2008
pornoo das Homosexualität aus Frauenmangel entstanden sein soll, ist ja
> wohl - mit Verlaub - Blödsinn (und auch ziemlich diskriminierend,
> weitere Ausfälle spar ich mir mal). Diese läßt sich bei Tieren (z.B.
> Bonobos) regelmäßig beobachten, ein Zeichen dafür, das das keine
> kulturell-dekadente Aberration des Menschen ist.
Es wird aus dem kurzen Abschnitt, den ich aus dem Gesamttext
herausgenommen habe, mißverständlich. Der Autor ist der Ansicht
(sieht man nur im gesamtkontext), wie wohl die meisten Sexualforscher
heute, dass Sexualität von Geburt an überhaupt nicht auf hommo oder
hetero angelegt ist. Beides ist gleichwohl völlig normal und möglich
und Homosexualität ist auch kein Gendefakt oder ähnliches. Jeder
Mensch ist im Grunde Bi (und wenn er wie Tarzan unter Affen
aufgewachsen ist, dann steht er eben auf Tiere, auch kein Problem,
solange die Tiere damit einverstanden sind ;-))Wenn nun die
hetorosexuellen Partner Mangelware werden, dann “besinnt” man sich
eben darauf, wenn nicht von der Gesellschaft verteufelt, dass ein
gleichgeschlechtlicher Partner ebenso erotisch sein kann. Allein die
Tatsache, dass ich mich noch nie in eine Frau verliebt habe, obwohl
es frauen gibt, die durchaus erotische Wirkung auf mich haben,
bestimmt, dass ich hetero bin. Ich würde aber niemals ausschließen,
das sich das nicht jederzeit ändern könnte.
> Ebenso sind Formen der Prostitution im Tierreich vertreten,
Dein Beispiel finde ich zwar nicht sehr passend, aber das gibt es
wirklich bei Tieren. Aber es tritt dort als Mangelkompensation in der
Art auf, dass eben auch zumindest intelligente Tiere lernen, dass
sie, wenn sie Hunger haben, mit dem Trick, den anderen über ein
Sexangebot zum sozialen Verhalten zu bewegen (und Sex löst
tatsächlich Hormone aus, die das soziale Verhalten begünstigen
können)ihn also dazu zu bewegen, etwas von seinem Essen abzugeben.
Tiere können eben auch eingeschränkt strategisch denken und jeder ist
käuflich. Es kommt auf die Notlage und den Preis an. Dennoch ist zu
bedenken, dass m.E. freie Sexualität bedeutet, dass beide Lust haben
und sich einig sind, sich diesen Spaß gemeinsam zu gönnen und nicht
Mittel zum Zweck sein sollte. Soweit ich weiß, ist es auch meistens
so, dass selbstgewählte Prostituierte ihre Kunden, dafür dass sie es
nötig haben, dafür zu bezahlen, eher verachten. Verachtung führt aber
in beide Richtungen nicht zu einer positiven sozialen Einstellung zu
seinen Mitmenschen.
> Die Behauptung, Vergewaltigung hätte nichts mit Sexualität zu tun,
> halte ich übrigends für feministisch angehauchte Idiologie.
Da irrst du gewaltig. Frauen haben ein ebenso großes sexuelles
Bedürfnis. Deshalb kommen sie dennoch nicht auf die Idee, es sich mit
Gewalt zu holen. Ganz davon abgesehen, hängt Sexualität nicht
unwesentlich mit sozialen Dingen zusammen, z.B. dem Wunsch nach
Geborgenheit. Diesen Wunsch im Kopf so zu verdrehen, dass Gewalt
daraus wird, dazu ist schon eine gewaltige sozialpsychische Störung
Voraussetzen und du wirst keinen Vergewaltiger finden, der liebevoll
und mit recht freien sexuellen Vorstellungen aufgewachsen ist.
Ich hoffe auch, du bist dir nicht bewußt, was du hier für Thesen
verbreitest. Dann kannst du auch gleich Mord und Krieg und gar
Kindesmißhandlung damit rechtfertigen, dass der Mensch nun mal
angeborene Anlagen zur Aggression hat und das ganz normal ist. Aber
auch da kommt es immer darauf an, wie man gelernt hat, damit
umzugehen.