aber eine männliche
> Schwanzgesteuertheit und einen darinliegenden krassen Unterschied zur
> weiblichen Sexualität kannst du damit sicher nicht begründen, vor
> allem nicht, daß “mann” auch irgendwie der Schuldige daran sei
Ich sagte nicht, dass Männer von Natur aus schwanzgesteuert sind,
sondern weil sie das so lernen, es zu sein.
>
> Die von dir genannten Beispiele, in der die Reizwirkung des Mannes
> auf die Frau thematisiert wird, unterscheidet sich nur graduell von
> der umgekehrten Situation. (Warum thematisierst du übrigens keine
> Situationen, in denen solche Reize dann doch mal bei der Frau Lust
> auslösen? Gibt es die nicht? Worin unterscheiden die sich von der
> umgekehrten Konstellation?) Ich kenne genug Männer, die zum Beispiel
> gerade auch einschlägige weibliche “Supermodels” unsympathisch und
> uninteressant bis hin zu unattraktiv finden und bei deren Anblick,
> weder in der Abbildung noch in realitas, irgendwie “geil” würden. Das
> hat mit der individuellen Prägung der Reizempfänglichkeit zu tun, und
> die kann sich beim Mann wie bei der Frau so oder so entwickeln.
Stimme ich zu und ich habe das “schwanzgesteuert” als Provokation
gemeint, denn die meisten Männer, mit denen ich zutun habe, reagieren
tatsächlich auch auf die gesamte Ausstrahlung der Frau (sonst wäre
ich auch schon ins Kloster gegangen). Einige scheinen aber der
Ansicht zu sein, es läge in der Natur des Mannes, auf losgelöste
Körperteile als Reize zu reagieren und da wären wir wieder beim
Thema: Pornografie und Niveau
>
> Daß Männer insgesamt tendenziell weniger wählerisch sind und sich von
> weiblichen Reizen tendenziell eher und öfter angesprochen fühlen
> mögen als umgekehrt, das wiederum hat *auch* biologische Gründe,
> wenngleich die auch durch unterschiedlichste gesellschaftliche
> Phänomene, von denen Pornographie nur eines ist, noch verstärkt
> werden. Zum Teil aber eben auch evolutionär bedingt durch das
> Reproduktionsverhalten hunderttausender von Jahren, wie es Kabe
> plausibel dargelegt hat, und darunter auch ein sehr naheliegender
> Grund: das menschliche Weibchen ist nun einfach auch ganz objektiv
> mit zahlreicheren wie auch ausgeprägteren visuellen Reizen
> ausgestattet als das Männchen, es ist sozusagen von der Evolution
> einfach in größerem Maße als das Männchen dazu vorgesehen, *auch*
> durch seine visuellen Reize zu werben, und es wäre geradezu
> unlogisch, wäre das Männchen dann nicht auch bereits genetisch mit
> einer entsprechenden Empfänglichkeit dafür ausgestattet.
Nicht nur bei Vögeln sind es die Männchen die mit buntem Federkleid
auf sich aufmerksam machen. Bei Löwen reagieren die Weibchen auf
Farbe und Dichte der männlichen Löwenmähne. Es gibt bei Menschen
Völker, wo sich die Männer für die Frauen schminken und ihnen ihre
Körper präsentieren. Es gibt nicht wenige Beispiele, wo alles anders
oder gar umgedreht ist. Entweder sind dort die biologischen Gesetze
außer Kraft oder sie spielen für Menschen generell nicht so eine
große Rolle, sodaß all diese Varianten innerhalb der menschlichen
Biologie möglich sind.
>
> Und nochmal kurz zu der Reiz-Lust-Verhaltens-Kette. Ich erinnere mich
> dunkel an eine frühere Diskussion, da hast du auch schon, wenn ich
> mich nicht irre, Reiz, Lust und das darauffolgende Verhalten ein
> bißchen durcheinandergeworfen. Zuerst kommt doch der Reiz, und Reize
> entstehen unwillkürlich.
Nein: Erstens werden sie erlernt, befinden sich dann aber tatsächlich
meistens im Unbewußten. Zweitens spielen Phantasien, Erinnerungen und
Imagination für die Lustbildung bei Menschen sicher oft eine größere
Rolle, als die Reize. Phantasien hat man meist gewollt bewußt.
Drittens kommen die Reize auch nicht immer an. Ein leidenschaftlicher
Programmierer, der gerade kurz vor der Lösung ist, wird die sexuellen
Reize in seiner Umgebung einfach nicht registrieren. Das heißt, man
muss schon “empfänglich” sein, was man nicht immer aber auch
willendlich steuern kann.
Außerdem: Erstens wird auch das Sexualverhalten erlernt. So weiß man
von Kasper Hauser und auch Primaten, die ohne soziale Kontakte
aufgewachsen sind, dass sie zwar masturbieren, aber keinen Sex haben.
Zweitens: Biologisch unterscheiden sich Männer und Frauen gerinfügig
(XX,XY Chromosom, Östrogen und Testosteron nur in der Menge). Bis zur
7.Woche sind alle Föten neutralen Geschlechtes. Die Geschlechtsteile
bilden sich aus den gleichen Grundlagen. Bei Hormonstörungen der
Mutter kommt es vor, dass ein Zwitter, ein XX-Baby mit Penis oder ein
XY-Baby mit Scheide geboren wird. Drittens: Das “Lustzentrum”
befindet sich dort im Gehirn (und funktioniert auch so), wo sich auch
alle anderen Gefühle befinden, die ebenfalls einen biologischen Sinn
haben.(z.B. Gefahr, Angst, Flucht)Es sind also, wenn auch komplexe,
Emotion und keine “Triebe” in dem Sinne.
Meine These lautet daher. Die biologischen Unterschiede haben nur
eine geringe Bedeutung für das Sozialverhalten, also auch
Sexualverhalten. Sie bieten ledigtlich die Grenzen der Möglichkeiten.
Die heutige These 8die natürlich nicht mehr alle befürworten aber
mehr, als man denkt)ist ganz schön paradox: Männer können besser
logisch und sachlich denken, während sich Frauen mehr von Emotionen
leiten lassen, während es in sexuellen Dingen genau umgekehrt ist,
nämlich Männer lustbestimmter sind und Frauen lustreduziert. Sehr
merkwürdig!
Der Unterschied zwischen Männern und Frauen wird größtenteils
gemacht, aber das hat auch seinen Sinn, denn Unterschiedlichkeit
bringt einfach mehr Spannung. So finden alle Kinder vor der Pubertät
das andere Geschlecht blöd, vielleicht deshalb, um sich in der
Pubertät als andersartige, reißvolle sexuelle Wesen
wiederzuentdecken.
Diese These, die wohl genausowenig endgültig beweisbar ist, wie die,
dass das Verhalten in der Art biologisch begründet ist, wie hier
beschrieben, hat aber den Vorteil, dass die Gleichschaltung von Mann
und Frau nicht sinnvoll ist, aber die Art, wie sie sich
unterscheiden, variabel. Ein Mann braucht keine Pornografie wegen
seiner Biologie und auch keine Prostitution. Genauso könnte es
umgekeht sein. Das heiß, die Unterschiede, so wie sie zur Zeit
geartet sind und nicht zu wenigen Problemen führen (Vergewaltigung,
Machverhalten, Frauenhandel u.s.w.), könnten auch ganz anders geartet
sein. Die Biologie macht da nicht so strenge Vorgaben (wie man an
anderen Völkern sehen kann)