pornoaa… also als Biologe muss ich da vielleicht schon ‘mal
> einflechten, dass es zwar das Gehirn, nicht notwendigerweise aber das
> Bewusstsein ist… Und gerade was die Verhaltensebene angeht, sind
> Männchen und Weibchen schon auf *sehr* unterschiedliche Ziele
> evoluiert: Weibchen bekommen nicht mehr Nachkommen, wenn sie mit
> jedem Männchen in’s Bett hüpfen, die bekommen mehr Nachkommen
> (grossgezogen), wenn sie deren Versorgung sichern können. Das ist bei
> Männchen deutlich anders, da kann sich der Quickie ind der
> Besenkammer schon in gesteigerter Nachkommenschaft manifestieren.
Wenn man unsere nächsten Verwandten anschaut, die Bonobos, dann haben
die gar keinen Sex, um für Nachkommen zu sorgen, sondern aus
Vergnügen. Wir Menschen haben ja auch keine bestimmte
Fruchtbarkeitszeit im Jahr. Außerdem, wieso können Frauen gut und
gerne 50 mal am Tag, wenn einmal im Jahr für die Fortpflanzung
ausreicht, während Männer da viel begrenzter sind?. Wieso bildet Sex
auch bei Männern das Oxytocin-Hormon (bewirkt Treue), wenn die
eigentlich für das wahllose Verstreuen ihrer Gene geschaffen sind? Da
läßt die Biologie mit ihrer Milchmännchen- These aber so einige
Fragen offen.
>
> Was den Kontrolleinfluss der unterbewussten Ebene angeht, würde ich
> das im Übrigen auch bei Frauen nicht unterschätzen.
Schon klar, dass es nicht immer so klappt, aber wieso sollte ich Lust
haben, wenn ich einfach keine habe? Anzunehmen, ich hätte sie in
Wirklichkeit und würde sie nur verdrängen, finde ich schon echt an
den Haaren herbeigezogen.
>
>
> Und insofern ist das schon leider auch das Problem aller Menschen,
> nicht nur der Männer… Gerade das Agreesionsverhalten bei Menschen
> läuft zwar ritualisiert,
…wobei es durchaus Leute gibt, die je nach Erziehung, aber auch
eigenen Überzeugungen, gar nicht auf die Idee kommen immer gleich
auszurasten. Die haben einfach andere Strategien gelernt, wie sie mit
ihrer Wut umgehen. (Aggression ist nämlich eine Folge von Wut und
kein Gefühl an sich)
>
>> Die Leute, die sich professionell mit dem Verhalten beim Menschen
> beschäftigen, würden die alleinige Herrschaft des Willens eher für
> einen Selbstbetrug halten.
Da gibt es wohl geteilte Meinungen. Die neueren gehen von einer
wechselwirkenden Mischung von Anlagen, Umwelt und freiem Willen aus.
Wo kommt z.B. kreatives Denken her, wobei es sich nicht um
Reproduktion, sondern Neuschöpfung handelt?
>
> > Aber die eigene
> > Entscheidungsfreiheit über seine Sexualität, die hat man sehr wohl!
>
> Die sollte man anstreben als gebildeter Mensch. Völlig trennen von
> den evolutionären Wurzeln des Sexualverhaltens, nämlich einen hohem
> Reproduktionserfolg zu sichern, läßt es sich nicht.
Scheint sich aber bereits getrennt zu haben, fühlt sich jedenfalls
keiner für sinkende Geburtenraten verantwortlich. Das es da
biologische Grundlagen gibt, bezweifelt ja keiner, aber wie hoch
deren Einfluß ist, das ist die Frage. Und was ist mit den
Homosexuellen? Haben die nicht auch Lust am Sex auch ohne
Reproduktionswillen? …oder Transsexuelle?…Biologische
Abartigkeiten oder einfach eine andere (kreative) Möglichkeit? Die
Vielfalt, die es beim menschlichem Verhalten gibt, kann man m.E.
nicht mit diesen biologischen Thesen erklären, es sei denn man hält
manche Leute für “unnormal” und ich dachte, über diese Diffamierung
wären wir langsam hinweg.