pornoere nächsten Verwandten haben zum einen schon eine deutlch
> unterschiedliche Sozialstruktur, und außerdem hat von-barbarella/”>bei Bonobos Sex
> auch eine ganz wesentlich aggressionshemmende Funktion innerhalb der
> Gruppe! Ich habe im Übrigen auch nicht behauptet, dass die Sorge für
> die Nachkommen der einzige Grund für Sex wäre… würde mir nicht im
> Traum einfallen…
Sie haben eine ähnliche Sozialstruktur, wie man es bei den früheren
Matriarchaten, aufgrund von Funden und noch heute existierenden M.
vermutet. Bei den Bonobo sind übrigens die Frauen die Aktiveren vor
allem lesbischer Sex kommt sehr oft vor.
> 50 mal? Aber nicht mit Lust - oder? Doch? Uiii.
O.K., bei dieser Menge versagt sicher vorher die Körperkraft, aber
Frauen können durchaus kurz nach einem Orgasmus direkt wieder
stimmuliert werden und weiter machen, solange die Kraft mitmacht.
Einer der bedeutensten sumerischen Göttinnen (Innana), die noch aus
dem matriarchalem Weltbild stammt, sagt man nach, sie hätte gar 120
geschafft. Zu der Zeit galten Frauen vor allem als sexuelle Wesen und
das Kinder bekommen war zweitrangig.
>
> > Wieso bildet Sex
> > auch bei Männern das Oxytocin-Hormon (bewirkt Treue), wenn die
> > eigentlich für das wahllose Verstreuen ihrer Gene geschaffen sind?
>
> Erstens glaube ich Letzteres nicht (auch Männchen verstreuen ihre
> Gene an möglichst gute Partner), und zur ersten Frage kann ich mich
> nicht begründet äußern. Durchaus möglich aber, dass dies von den
> Frauen manipuliert wird
Dass mit der Qualität ist sicher bei einigen Männern der Fall. Bei
anderen hat man da weniger den Eindruck. Sie würden auch mit einer
Frau Sex haben, wenn sich die Gelegenheit ergibt, die sie nach
eigenen Angaben unsympathisch finden.
Diese Treue-Hormone werden durch die Kontraktion der Geschlechtsteile
beim Sex (auch bei der Geburt) ausgelöst. Wenn Fauen das also bei
Männern beim Sex manipulieren, dann manipulieren es Manner ja genauso
bei den Frauen. (Wäre aber eine nette, aber unhaltbare
Verschwörungstheorie) Man geht davon aus, dass eher den Männern an
der Treue der Frauen gelegen war, damit sie sich sicher sein können,
dass der Nachwuchs, den die Frau bekommt, auch von ihnen ist. Also
konnten sie selber fremd gehen, während sie die Frauen unter
Kontrolle hielten.
>
> > Da gibt es wohl geteilte Meinungen. Die neueren gehen von einer
> > wechselwirkenden Mischung von Anlagen, Umwelt und freiem Willen aus.
>
> Was ich im Übrigen für richtig halte. Da wir nur an unserem Willen
> wirklich arbeiten können, sind die darüber hinausgehenden Faktoren
> eher Rahmenbedingungen, mit denen man bewusst umgehen sollte… was
> aber eben auch heißt, dass man sich bemühen sollte, sie zu verstehen.
Nicht nur das. Wenn man den freien Willen komplett verneinen würde,
dann könnte man die Justiz völlig abschaffen, da dann auch niemand
für sein Verhalten wirklich verantwortlich wäre.
>
> Neuverknüpfung und Schrägverknüfung von Bekanntem? Jede Neuschöpfung
> hat ihre Basis. Es ist daher auch kein Zufall, dass viele - auch
> bahnbrechende - Neuschöpfungen parallel ablaufen.
Das es Vorarbeit benötigt, ist klar. Die kreative Idee geht aber über
die Verknüpfungen oft hinaus. Sieht man wieviele Ideen und Techniken
es suf dieser Welt gibt, dann können das nicht alles nur
Verknüpfungen sein.
>
>>
> Menschen gibt es seit wenigen Millionen Jahren. Erst seit einigen
> hundert Jahren nimmt der Mensch bewußt Einfluß auf seine Reproduktion
> (Abtreibung und Verhütung), und entkoppelt damit die Fortpflanzung
> immer stärker vom Sexualverhalten.
Das ist nicht wahr! Schon die alten Babylonier (und das ist schon
einige Tausend Jahre her) kannten Verhütungsmittel, die natürlich
nicht so sicher waren. Auch zu dieser Zeit haben sich Staat und
Religion schon gerne in die Geburtenkontrolle eingemischt, indem sie
darauf einwirkten, wer mit wem darf oder Sex nur zum Zwecke der
Vermehrung gestattet war. Die in ihrer Sexualität Beschränkten waren
dabei immer die Frauen, während die Männer die Macht hatten, sich
Ausweichmöglichkeiten zu schaffen. Da muss man doch fragen, inwieweit
der heutige Unterschied zwischen Mann und Frau auf Biologisches, oder
nicht etwa auf tradtionelle Zuweisungen gründet. Die Einstellung,
dass Frauen angeblich ein geringeres Sexbedürfnis haben und Männer
schwanzgesteuert sind, kam nämlich im Zuge der Patriachalisierung der
Gesellschaft auf. Diese von Männern geschaffene Idee hatte den Zweck,
die Frauen unter Kontrolle zu halten, während sie selber ihren
Gelüsten weiterhin nachgehen konnten. Die “biologische ” These riecht
mir etwas zu sehr nach den Behauptungen, die immer gerne zur
Kontrolle der Frau aufgestellt wurden. Frauen gehören zwecks
Brutpflege an den Herd und Männer dürfen, weil die Biologie es ihnen
ja vorschreibt, überall naschen gehen. In den Matriarchaten war es
anders geregelt. Es ist belegt, dass die Frauen selber jagen gingen
und nicht auf die Männer angewiesen waren.
Der triebhafte Teil unseres
> Verhaltensrepertoires ist kein relevantes Stück weiter als in der
> Bronzezeit. D.h.: Wesentliche grundlegende Unterschiede zwischen den
> Geschlechtern, die evolutionär einfach zwingend sind, weil sie sich
> lohnen, das relevante Instinktrepertoire ist genau dasselbe. Der
> einzige Unterschied ist, dass wir uns darüber heute klarer werden
> können.
Andere behaupten hingegen, dass der Mensch instinktreduziert ist,
weil seine Hauptüberlebensstrategie die Flexibilität ist, wo eine
allzu starke Festlegung auf Instinkte hinderlich wäre. Statt der
Instinkte selektiert sein Gehirn über erlernte und selbstentwickelte
Denk- und Handlungskategorien die Umwelteinflüsse.
1)-Unspezialisiertes biologisches Mängelwesen (Arnold Gehlen)-
Anders als Tiere, verfügt der Mensch nicht über spezialisierte Organe
und Sinne. Gerade dieser Umstand begründet jedoch deren vielseitige
Verwendbarkeit und außerordentliche Trainierbarkeit. Zudem ermöglicht
die hohe Entwicklung des Großhirns und der Großhirnrinde dem Menschen
die Erfindung von Techniken zu Organersatz und Organentlastung.
2)-Physiologische Frühgeburt (Adolf Portmann)-
Der Mensch besitzt bei seiner Geburt bereits funktionsfähige
Sinnesorgane, kann aber arttypische Verhaltensweisen, wie den
aufrechten Gang, die Sprache sowie einsichtiges Denken und Handeln
noch nicht vollbringen. Sollte ein Mensch bei seiner Geburt das
gleiche Organisationsniveau wie manche anderen höheren Säugetiere
aufweisen, müßte seine Schwangerschaft 21 Monate dauern. Im ersten
Lebensjahr, muß das Kind die fehlende Entwicklung im sozialen
Mutterschoß nachholen. Lernen im sozialen Zusammenhang ist für den
Mensch allerdings sein Leben lang wesentlich.
3)-Instinktreduziertes Wesen ( Nikolaus Tinbergen)-
Der Mensch besitzt lediglich Instinktreste, die sich aber fast nur im
Säuglingsalter mit relativer Sicherheit nachweisen lassen, bzw. sich
bereits in diesem Alter wieder verlieren
(Saugreflex, Lächelreaktion, Greifreflex, Fremdeln). Man kann aber
auch das beschützende Verhalten gegenüber Kindern zu den
Instinktresten zählen. Ferner sind wichtige menschliche
Antriebskräfte - Sexualität, Nahrungsbeschaffung, Selbstbehauptung,
soziales Leben - nicht durch Instinkte geregelt, sondern müssen
sozial und kulturell geformt werden.
4)-Weltoffenes Wesen Jakob von Uexküll)-
Im Gegensatz zu Tieren, ist der Mensch nicht an einen bestimmten
Lebensraum gebunden. Er kann, wenn auch mit von ihm selbst
entwickelten Hilfen, fast überall leben.
Dass Menschen, je nach Interessen, eine andere Wahrnehmung haben und
der Mensch sich vom Nordpol bis zum Südpol breit gemacht hat, wären
zwei von vielen möglichen Hinweisen auf die Flexibilitätsthese. Auch
dass es gar Kulturen gibt, wo Männer und Frauenrollen vertauscht
sind. Beispiel:
Im Stamm der TSCHAMBULI in Neu Guinea scheinen die Geschlechterrollen
nach unserem Verständnis vertauscht zu sein.
Frauen sind dominant, verdienen den Lebensunterhalt, leiten
Geschäftsabschlüsse, sie machen den Anfamg bei der Partnerwahl und
stellen das Haupt der Familie dar.
Die Männer hingegen geben sich unterwürfig und gefallsüchtig, sie
verbreiten Gerüchte und führen den Haushalt. Ihre Interessen sind
Tanz und Theater.
Experimente im Bereich der Sozialpsychologie und Kommunikation legen
außerdem nah, dass der Mensch oft das ist, was er von sich glaubt zu
sein (geht in die Richtung der sich selbst erfüllenden Prophezeiung).
Glaubt er also an die biologische These, dann verhält er sich auch
entsprechend.