>pornoEs ist ja nicht so, daß niemand mehr Kinder mögen würde. Sondern es
> > ist doch so, daß viele Leute ernsthaft bezweifeln müssen, ob ihre
> > Freizeit und ihr Einkommen ausreichen, um ein Kind großzuziehen und
> > ihm dabei die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und dabei noch
> > einigermaßen über die Runden zu kommen. Das geht so weit, daß man bei
> > vielen Eltern eher feststellen müßte, daß sie Kinder kriegen, obwohl
> > sie das gerade nicht sicherstellen können. Woran liegt es?
>
> Die hatten früher auch nicht mehr Geld. Da gehörte das Kinder
> bekommen einfach dazu. Heute sind viele mehr auf dem Egotripp.
Egoismus zählte schon immer zu den wesentlichen Triebfedern
menschlichen Handelns. Das war “früher” nicht anders. Anders waren
aber die gesellschaftlichen und sozialen Strukturen. Nur ein
Beispiel: die Großfamilie. Sie mag in ihren Hierarchien oft für den
Einzelnen und auch insgesamt ziemlich scheiße gewesen sein, aber wenn
es um das Aufwachsen der Kinder ging, hatte sie Vorteile.
> Keiner will mehr Verantwortung übernehmen
Was für eine hohle Phrase, und ausgerechnet von einer Frau… Gerade
die Entwicklung der Frau in der zweiten Hälfte des letzten
Jahrhunderts zeigt doch, daß es ihr im Gegenteil gerade darum ging,
*mehr* Verantwortung zu übernehmen, Verantwortung für sich selbst,
für die eigene Zukunft, Verantwortung im Beruf, gesellschaftliche
Verantwortung in öffentlichen Positionen, und so weiter und so fort.
Dazu gehört bisweilen ein ganzes Stück mehr “Verantwortung”, als mit
der Kohle des Gatten am heimischen Herd ein oder zwei Kinder zu
hüten.
> und dazu gehört eben auch, da es
> alleine viel schwieriger ist, dass man zu seiner Partnerschaft hält.
Ah so, es geht also doch darum, es sich einfacher zu machen?
> Heute ist aber Vergnügen angesagt und da gibt die Pornoindustrie
> eigentlich genau das falsche Beispiel. Für die Natur hat Sex nunmal
> den Sinn, sich zu vermehren. Gerade bei Pernos ist es aber völlig von
> diesem Sinn losgelöst.
Du hast also mit deinem Partner nur dann Sex, wenn du gerade ein Kind
willst? Wenn nicht, brauchst du hier auch niemandem mit so komischen
Argumenten kommen. Sex überhaupt von irgendetwas loslösen zu wollen
ist kontraproduktiv…
> Man möchte sich am liebsten nicht mehr binden
> und Hauptsache Spaß. Wir leben eben in einer Spaßgesellschaft. Je
> mehr Leute sich aus der Verantwortung rausklinken, um so schwieriger
> für die, die es noch machen.
Wer Spaß am Sex hat, ob mit oder ohne Pornos, ob allein, zu zweit
oder zu mehreren, mit oder ohne visuelle Reizverstärker, mit oder
ohne technische Hilfsmittel - all das hat erst mal nichts damit zu
tun, ob jemand Kinder will oder nicht. Und auch wenn zwei Leute
Kinder wollen, dann ist es doch in jedem Fall von Vorteil, wenn sie
einen so unverkrampft wie möglich gestalteten Umgang mit Sexualität
haben und dafür und dabei einfach machen, wo sie *Spaß* bei haben.
Himmel!
> Wieso soll man einen Arbeitnehmer mit Familie einstellen (ist
> unflexibler und braucht mehr Geld) oder einer Familie eine Wohnung
> vermieten, wenn man auch genug ohne Familie findet?
Richtige Frage, falscher Adressat: die gehört erstens an die Adresse
der Politik, die die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die
Arbeitswelt festlegt, und zweitens an die Arbeitgeber.
d. d.