Re: Nachfrage - Arcor sperrt Zugriff auf Porno-Seiten
Sunday, September 7th, 2008pornoe hat sich entschlossen den Job zu machen. Sie wusste welche Art
> von Film das wird, und sie kann (wenn wir jetzt mal bei legalen
> Produktionen bleiben) jederzeit abbrechen und gehen, bzw. erst gar
> nicht annehmen.
> Aber sie wird dafür ja auch bezahlt. Sie nimmt die Situation und den
> Schmerz in Kauf für Geld. Klar, es ist keine Rechtfertigung ihr
> absichtlich Schmerzen zuzufügen, aber es war bekannt, und sie hat ja
> offensichtlich mitgespielt bis zum ende sonst wär der Film ja nicht
> erschienen.
Das greift viel zu kurz. Die betroffenen Frauen sind schon in einer
Scheißsituation. Die Frage nach der Freiwilligkeit, diesen Job zu
machen, möchte ich noch offenlassen. Aber ich möchte auf die viel
schwerwiegenderen Auswirkungen solcher Filme hinweisen. Sie
beeinflussen das Frauenbild der Konsumenten nachhaltig. Frauen sind
danach willig und bereit - immer und überall - und für alles. Stelle
dir einen Richter vor, der einem Vergewaltigungsprozess vorsitzt und
sich abends zuvor einen solchen Porno reingezogen hat. Wie
sozialisieren Jugendliche, die das sehen. Die Sozialisation endet
auch nicht mit 18. Die Auswirkungen solcher Filme sind viel
dramatischer. Eine Pornografisierung der Gesellschaft ist das. “Geile
Schlampen warten auf deinen Anruf.” “Unbefriedigte Hausfrauen
erwarten dich.” “Gibs mir, zeigs mir.” Du kennst diese Sprüche: in
TV, Zeitung und sogar Fachzeitschriften allgegenwärtig. Kennst du
Frauen, auf die diese Sprüche zutreffen? Ich nicht. Du merkst, es
geht um mehr, viel mehr, als “nur” das Schicksal einer
Pornodarstellerin.
> (Übrigens kannst du _GENAU_DASSELBE_ auch über Stuntdarsteller oder
> professionelle Motorradrennfahrer schreiben.)
Du willst ernsthaft den Job einer Pornodarstellerin mit dem eines
Stuntman oder Rennfahrers vergleichen? Wohl kaum.
> Es gibt unzählige Jobs die dir wahrscheinlich unangenehm oder
> ekelhaft erscheinen werden. Und es gibt Leute die sie machen, für
> diese Leute ist er unter Umständen normal, oder das geringere Übel.
> Und Darsteller von ‘normalen’ Produktionen haben meist ein besseres
> und angenehmeres Leben als wer der für ein schlechtes Gehalt die
> Innereien aus toten Kühen fischen muss.
Ich habe mal ein verstopftes Abwasserrohr gereinigt und plötzlich kam
mir die ganze Scheiße entgegen - ich war von Kopf bis Fuß versaut.
Das war aber für mnich nicht ansatzweise so unangenehm wie der Inhalt
der beschriebenen Pornos.