Archive for September 10th, 2008

Falsch… Zensur ist kein Jugendschutz :-) - Porno im Exil?

Wednesday, September 10th, 2008


Moment mal - ging es nicht um zertifizierte Altersfreigaben?
Was hat das denn mit Zensur zu tun?
Pornographie wird eben nicht verboten - der Kunde muss nur (wie beim
Besuch eines Sex-Shops - theoretisch jedenfalls) nachweisen, daß er
volljährig ist.

Lurpa - insoweit richtig.
Aber hier fängt die Crux an.
Nun wollte ich doch mal als Erwachsener in die ach so berüchtigten
Pornoseiten reinschnuppern. Stosse nach längerem Suchen in
Suchmaschinen (da muss man schon echte Belege eingeben sonst kommen
da nur nackte Busen) auf eine Seite - da ist ein Tor vor wo ich
username und passwort eintippen soll.
Nagut denke ich … hab ich nicht - beantrage ich halt mal.
Was entdecke ich?
Um diese Altersfreigaben in den Augen steuerfressender Mitarbeiter
bestimmter halbstaatlicher Moralwächterstellen, möglichst sicher zu
gestalten sollen 1. Kopie des Personalausweises und
2. Kontokarte in Kopie oder Kreditkarte in Kopie eingeschickt werden.
Dabei steht auch noch “nach den Richtlinien von Jugenschutz.net” …
mir ist vorhin erstmal das Visier runter gefallen.
Ich also auf die Seite von Jugendschutz.net … mal gucken ob das
stimmt dass eine Stelle festschreiben kann dass ich für Porno 1.
bezahlen muss und dazu noch 2. meine Kontokarte und 3.
Personalausweis schicken muss.
Stimmt tatsächlich … so, nun denke ich mal weiter …
Es gibt keinen wissenschaftlich fundierten Grund Pornos überhaupt zu
verstecken,
bin schon dafür dass nicht jedes Kind gleich auf nackte kopulierende
Körper trifft … sehe also schon eine Kontrollseite ein und
akzeptiere ich auch.
Aber warum bitte schön gleich mit Daten die sonst nur meine Bank und
mein Arbeitgeber weiss?
Weil Jugendliche so schlau sein könnten statt sex.de auch gleich
sex.com einzugeben? Oder weil sie sich Papas Ausweis und Karte mal
“ausleihen” könnten?
Was sind denn das für Verhältnismässigkeiten???
Ok - stellen wir mal anheim - es ist eben so … was wird dann bitte
mit meinen Daten angefangen? Seit wann gibt es in einem weltweiten
Medium dessen Nutzung mir das Grundgesetz garantiert die Pflicht mich
selbst nackt auszuziehen wenn ich Porno sehen will?
Da gibt es ein Gesetz welches den Kommerz mit Sex eindämmen soll,
vemute ich jedenfalls, und was wird gemacht? … Im Namen des
Jugendschutzes Kohle für Porno genommen *kopfschüttel*
hier hobelt doch gewaltig der Hamster - und das in Richtung Zensur
und Bürgerkontrolle - eindeutiger gehts ja wohl nicht meiner Meinung
nach.
herby

Re: Nachfrage - Arcor sperrt Zugriff auf Porno-Seiten

Wednesday, September 10th, 2008

pornos greift viel zu kurz. Die betroffenen Frauen sind schon in einer
> Scheißsituation. Die Frage nach der Freiwilligkeit, diesen Job zu
> machen, möchte ich noch offenlassen. Aber ich möchte auf die viel
> schwerwiegenderen Auswirkungen solcher Filme hinweisen. Sie
> beeinflussen das Frauenbild der Konsumenten nachhaltig.
Auch Konsumenten ist bewusst dass das Filme sind. Fiktion, Bild
gewordene Wünsche und ‘Perversionen’.
Was ist mit ‘normalen’ Filme? Pulp Fiction, From Dusk Till Dawn, Sin
City? Hast du ‘Der Blutige Pfad Gottes’ gesehn? Das sind Filme die
(fast) alle aus gutem ab 18 sind. Und irgendwo muss man schließlich
die Grenze setzen aber der man alt genug ist sein eigenes Hirn zu
benutzen. Schließlich darf man dann Autofahren, Wählen, Waffen
besitzen, sich zum Militär verpflichten - oder eben Pornos sehen und
in diesen mitwirken.
> Frauen sind
> danach willig und bereit - immer und überall - und für alles. Stelle
> dir einen Richter vor, der einem Vergewaltigungsprozess vorsitzt und
> sich abends zuvor einen solchen Porno reingezogen hat.
Stell dir einen Richter vor der einem Mordprozess vorsitzt und am Tag
davor einen der oben erwähnten Filme gesehen hat?
> Wie
> sozialisieren Jugendliche, die das sehen. Die Sozialisation endet
> auch nicht mit 18. Die Auswirkungen solcher Filme sind viel
> dramatischer. Eine Pornografisierung der Gesellschaft ist das. “Geile
> Schlampen warten auf deinen Anruf.” “Unbefriedigte Hausfrauen
> erwarten dich.” “Gibs mir, zeigs mir.” Du kennst diese Sprüche: in
> TV, Zeitung und sogar Fachzeitschriften allgegenwärtig. Kennst du
> Frauen, auf die diese Sprüche zutreffen? Ich nicht. Du merkst, es
> geht um mehr, viel mehr, als “nur” das Schicksal einer
> Pornodarstellerin.
Ich kenne aber so einige Mädls die neben dem Studium für solche
Hotlines arbeiten und neben dem Bügeln irgendwas ins Telefon stöhnen.
Klar sind die nicht so. Das ist alles gespielt. Und der Anrufer
sollte das auch wissen.
> > (Übrigens kannst du _GENAU_DASSELBE_ auch über Stuntdarsteller oder
> > professionelle Motorradrennfahrer schreiben.)
> Du willst ernsthaft den Job einer Pornodarstellerin mit dem eines
> Stuntman oder Rennfahrers vergleichen? Wohl kaum.
Wo sind denn die Unterschiede? Sie verkaufen den Körper bzw. gehen
gefahren ein für Geld und Ruhm.
> > Es gibt unzählige Jobs die dir wahrscheinlich unangenehm oder
> > ekelhaft erscheinen werden. Und es gibt Leute die sie machen, für
> > diese Leute ist er unter Umständen normal, oder das geringere Übel.
> > Und Darsteller von ‘normalen’ Produktionen haben meist ein besseres
> > und angenehmeres Leben als wer der für ein schlechtes Gehalt die
> > Innereien aus toten Kühen fischen muss.
> Ich habe mal ein verstopftes Abwasserrohr gereinigt und plötzlich kam
> mir die ganze Scheiße entgegen - ich war von Kopf bis Fuß versaut.
> Das war aber für mnich nicht ansatzweise so unangenehm wie der Inhalt
> der beschriebenen Pornos.
Ich hab auch von ‘normalen’ geredet. Und von oben bis unten mit
Scheisse eingedeckt sein: mir fällt noch ein Beruf ein:
Kanalreinigung, Installateur, …